Aktuelle Veranstaltungen der Kirchengemeinde


Hier werden Sie über anstehende Veranstaltungen und Projekte der Kirchengemeinde informiert.


Ab dem 17. Mai 2020 10 Uhr finden wieder Gottesdienste in der Dorfkirche statt. Bitte informieren Sie sich hier über die stattfindenden Gottesdienste.


Nachruf Renate Wenzel


Der November ist der Gedenkmonat: Zum Totensonntag erinnern wir in jedem Jahr an unsere Verstorbenen. Der Gemeindekirchenrat gedachte in diesem Jahr in besonderer Weise seines jahr(zehnt)e langen Mitgliedes Renate Wenzel. Ein Nachruf.


Am 10. Oktober 2022 wurde Renate Wenzel in Schönwalde-Dorf bestattet. Über die Teilnehmenden der Bestattungsfeier in der Dorfkirche hinaus nahmen auch manche, die verhindert waren, an jenem Montag in Gedanken teil. Renate Wenzel war im letzten Jahr schwer erkrankt. Seitdem gab es Hoffen und Bangen. Schon länger mußte man mit dem Schlimmsten rechnen. Dennoch machte ihr Tod nun betroffen. Über Jahrzehnte prägte sie das Gemeindeleben. So war es gut, innezuhalten, um Abschied zu nehmen.
Renate Edith Helga Wenzel, geb. Hoske wurde am 20. August 1935 in Berlin geboren. Sie verstarb am 24. September 2022 in Berlin im Alter von 87 Jahren.


Ihre Kindheit verlebte Renate Wenzel in Groß Ziethen, auf dem elterlichen Bauernhof. Sie war die älteste von drei Geschwistern; insofern trug sie schon früh Verantwortung. Die Schrecken des Krieges erlebte sie bereits sehr bewußt. Zum Kriegsende flüchtete die Familie, teilweise zu Fuß, Richtung Gudow / Zarrentin, um der anrückenden Roten Armee auszuweichen. Als sie zurückkehrten, war viel verwüstet, aber der Hof noch intakt.


Nach Schönwalde kam Renate Wenzel durch die Hochzeit mit dem etwa gleichaltrigen Rudolf Wenzel (1934 - 1995). Renate Wenzel war Mutter und Großmutter, freute sich an der kleinen Familie im „Dreigenerationenhaus.“
Immer wieder mußte sie Schicksalsschläge hinnehmen. Der frühe Tod der eigenen Mutter. Die Trennung von Teilen der Familie 1961 nach dem Bau der Berliner Mauer und die damit verbundenen Schikanen, sobald sie einen Besuchsantrag stellte. Der viel zu frühe Tod des Ehemannes. Zuletzt die eigene Krankheit, die die behandelnden Ärzte vor Rätsel stellte.
Dennoch (oder gerade deswegen?) zeichnete sie eine warmherzige Menschenfreundlichkeit aus. Sie war anderen zugewandt und voller Lebensfreude. Sie hatte einen guten Blick für Menschen, gab unaufdringlich wertvolle Hinweise und konnte durch ihren Humor auch spannungsreiche Momente entschärfen. Immer wieder nach Rückschlägen brach sie neu auf.
Beruflich fand Renate Wenzel in ihrer Tätigkeit bei der Deutschen Reichsbahn eine wirkliche Erfüllung. Mit heutigem Begriff war sie Verkehrskauffrau. Sie begann an der Fahrkartenausgabe in Hennigsdorf und übernahm mehr und mehr Verantwortung bis zur Leiterin der Dienststelle. Schon dort zeichneten sie in höchstem Maße Zuverlässigkeit, präzises Arbeiten und Pflichtbewußtsein aus.


Alle diese Eigenschaften brachte sie mit in die Arbeit im Gemeindekirchenrat. Seit Anfang der 80er Jahre war Renate Wenzel Älteste und kümmert sich um die korrekte Abrechnung der Finanzen. Sparsam und zugleich umsichtig war es ihr ein Anliegen, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten der Kirchengemeinde einen unabhängigen Handlungsspielraum zu erhalten. Sie warb Kirchgeld ein, drehte jeden Cent zweimal um.


Zudem engagierte sie sich im Frauenkreis im Dorf organisatorisch wie auch inhaltlich, übernahm hier gestalterische Verantwortung während mehrerer Pfarrvakanzen. Sie schmückte gemeinsam mit Marget Isselhorst liebevoll die Kirche für besondere Gottesdienste. Unzählige Kuchen wurden gebacken, Waffeln als Spende hergestellt, Kaffee gebrüht, freundliche Worte gewechselt, Geburtstagsbesuche gemacht, Gemeindebriefe ausgetragen.
Zuletzt machte sie sich Gedanken zur eigenen Bestattung in der Schönwalder Dorfkirche. Auch wenn sie den Kampf gegen die Krankheit nicht gewinnen konnte, wollte sie ihren letzten irdischen Weg doch selbstbestimmt gestaltet wissen. Unter Worten und Melodie des alten Kirchenliedes „Laßt mich gehen, laßt mich gehen“ (Gustav Knak, 1848) konnten alle die große Lebensfreude noch einmal erahnen, die sich für Renate Wenzel nun im Fernweh eines Einzuges in Salem, in die Stadt der gold'nen Gassen verwirklichte. Renate Wenzel ist wieder neu aufgebrochen. Sie hatte das feste Gottvertrauen, daß Gott auch diesen Aufbruch nun behüten wird.